open business

Englisch Version below!

Open Strategies verändern die Art wie wir wirtschaften. Mit dem Aufkommen von Open-Source-Communities hat die informelle, nicht direkt der Kontrolle, Lenkung und Besteuerung des Staats unterliegende Wirtschaft eine neue Dimension erreicht. Ausgehend vom innovativen Softwaresektor erfasst sie zunehmend alle Bereiche des täglichen Lebens. Neuartige Gemeingüter wie die Wikipedia-Enzyklopädie entstehen, und die Entwicklung zu mehr Offenheit und Transparenz verändert die Erwartungen der BürgerInnen an Politik und Verwaltung. Das Internet eröffnet unzählige neuartige Formen der Zusammenarbeit und ermöglicht durch die erschwingliche, sofortige Verfügbarkeit von Unmengen an Informationen erst viele der beschriebenen Entwicklungen. Open Governance, Peer Production, Amateurisierung und Open Source gestalten das soziale Gefüge des Zusammenlebens und des Wirtschaftens.

Formelle und Informelle Ökonomie

Wettbewerbsrecht, Besteuerung, Transparenzregeln, Betriebsverfassung und andere Axiome des Staatswesen beruhen auf dem Austausch von Gütern für Geld. Informationsgüter werden zunehmend kooperativ und ohne formelle Bezahlung hergestellt und überschreiten dabei routinemässig nationale Grenzen. Wie misst der Staat das Sozialprodukt inklusive Open-Source-Güter? Wie erhebt der Staat Steuern auf das Sozialprodukt, um seine Ausgaben zu finanzieren? Wie erwirtschaften Einzelne ihr Einkommen, wenn sie ihre Leistungen frei zur Verfügung stellen?

Amateurisierung

Die Grenzen zwischen Professionals und AmateurInnen verschwimmen. Immer geringere Investitionen sind notwendig, um zum Beispiel Musik, Photographie oder journalistische Werke zu produzieren und zu veröffentlichen. Alle werden ein bisschen zu ExpertInnen. Wie sieht die Zukunft aus für hochqualifizierte Berufe? Welche Güter produziert der Schwarm besser als der Pro? Welche Rolle spielt formelle Ausbildung und der Beruf in diesem Umfeld? Wie findet Talent seine Nische, und wie finden Unternehmen Talente? Wie verschwimmen Communities und Unternehmen?

Open Source und die Wirtschaft

Open Source ist aus dem Blickwinkel dieses Tracks kein technisches Phänomen, wir verstehen es als ein Modell für die Erstellung von Informationsgütern, welches Märkte und Unternehmen ergänzt und erweitert. Communities und Unternehmen werden zu Wettbewerbern. Wie kann ein fairer Wettbewerb zwischen beiden sichergestellt werden? Sind unsere Institutionen in der Lage, diese Entwicklung zu gestalten? Wer vertritt die Interessen der Communities? Was bedeutet eigentlich Gemeinnützigkeit?

Governance

Neue Erwartungen an Offenheit und Transparenz überraschen Wirtschaft und Politik. Das Internet ermöglicht neue Formen der Partizipation. Filme werden noch aus dem Kinosaal öffentlich bewertet, die allgemeinen Geschäftsbedingungen werden ebenso öffentlich diskutiert wie Produktqualität und Wahrheit oder Lüge in der Werbung. PolitikerInnen sehen sich konfrontiert mit Forderungen nach mehr Teilhabe und weniger Repräsentation. Verbessern soziale Netzwerke den Wettbewerb? Was ist freie Meinungsäußerung, was ist Product Bashing? Welche Rolle spielen politische Parteien, nachdem das Internet umfassende Teilhabe möglich gemacht hat? Alle Macht geht vom Volke aus - aber wie?

open business Chair : Mirko Boehm

Mirko Boehm, geboren 1974, ist Open-Source-Aktivist, Softwareentwickler und Manager. Er ist seit 1997 Contributor am KDE-Projekt, war von 1999 bis 2006 im Vorstand des KDE e.V., und trägt heute zur Weiterentwicklung von KDE und zur Arbeit der Free Software Foundation Europe insbesondere in Fragen der Governance und zum Urheberrecht bei. Mirko Boehm lehrt zu Open Source in der digitalen Gesellschaft am Fachgebiet Innovationsökonomie der Technischen Universität Berlin. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Berlin.

 

 

English Version:

Open strategies change the way we operate. With the advent of open source communities, the informal, not directly controlled economy that is not subject to taxation has reached a new dimension. Based on the innovative software sector it covers more and more branches of everyday life. Novel public goods arise such as the Wikipedia encyclopedia, and the development of greater openness and transparency is changing the expectations of citizens in politics and administration. The Internet opens up countless new forms of cooperation by offering affordable, immediately available vast amounts of information. Most of the described developments have been made ​​possible by the Internet. Open Governance, Peer Production, Open Source and de-professionalization create the social fabric of living and of doing business.

Formal and Informal Economoy

Competition law, taxation, transparency rules, works constitution and other constitutional axioms of political system based on the exchange of goods for money. Information goods are produced increasingly cooperative and without formal payment and thereby exceed national boundaries. How to measure the state's domestic product, including open source goods? How does the state tax on the gross domestic product to finance its expenditure? How do individuals earn their income, if they provide their services freely available?

De-professionalization

The boundaries between professionals and amateurs blur. Less investment is required to produce, for example, music, photography or journalism works. All are experts on a bit. How does the future look for highly qualified professionals? What is the role of formal education and profession in this environment? How to find ones niche talent, and how do companies find talent?

Open Source and Economy

From the perspective of this track open source is not a technical phenomenon, we see it as a model for the creation of information goods, which complements and expands markets and companies. Communities and businesses become competitors. How to ensure fair competition between the two? Who represents the interests of the communities?

Governance

New expectations of openness and transparency surprise economics and politics. The Internet makes new forms of participation possible. Movies are already publicly assessed from the cinema, the terms and conditions will be discussed, as well as product quality. Politicians are faced with demands for more participation and less representation. Do social networks improve the competition? What is freedom of expression? What is product bashing? What role do political parties play after the Internet has made full participation possible? All power comes from the people - but how?

Open Business Chair: Mirko Boehm

Mirko Boehm, born in 1974, is not only open source activist, software developer and manager, but he also teaches at the Department of Innovation Economics at the Technical University of Berlin about the topic open source in the digital society. Since 1997 he has been involved in KDE and the Free Software Foundation Europe. He is married and lives with his wife and two children in Berlin.